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"Mediation: Kompetent . Kommunikativ . Konkret." Kongressbeiträge in 2 Bänden Der rührige Ludwigsburger "Winwin- verlag" hat, gerade rechtzeitig zum Anlass des "Ersten gemeinsamen Mediationskongresses  2012", der im November 2012 mit großem Erfolg in Ludwigsburg stattfand (vgl. Zeitschrift für Kindschaftsrecht und Jugendhilfe (ZKJ) Erscheinungsdatum 2/2013), die Beiträge des Kongresses bereits in einem Doppelband  vorgelegt. Im Vorwort beschreibt der Herausgeber Siegfried Rapp die hohe Zielsetzung des Kongresses bzw. der theoretischen Auseinandersetzung: "Hier werden die Grundlagen der Mediation gesichert und Innovationen gewagt. Die Professio- nalisierung in der Vielzahl der Mediations- felder wird umfassend abgebildet. Alle Quellberufe kommen zu Wort, Ideen werden entworfen und mitgeteilt, Erfahrungen werden durchlebt und kritisch, auch selbstkritisch, erzählt. Wer diesen Band liest, erahnt, worin die Kraft und die Wirksamkeit der Mediation liegen. Manche sagen, dass Mediation einen Paradigmenwechsel in der Rechtspolitik und einen Quantensprung in der Konfliktlösung bedeutet. Mediation verbindet in ihrer höchsten Form intellektuelle Klarheit, methodischen Einsatz mit einer Haltung großer Menschenliebe." Biprofessionalität und Arbeit an der eigenen Biographie In dem Beitrag von Frank Glowitz und Isabell Lütkehaus zur Familienmediation erfährt die Biprofessionalität eine neue Bestärkung. Gerade die gleichzeitige Arbeit in Co-Mediation in der Mischung der Herkunftsberufe aus dem psycho-sozialen und dem juristischen Bereich gerät dabei zur praktisch zu bevorzu-genden Konstellation, auch wenn sie Aufwand bedeuten mag. Der Vortrag von Bernadette Näger, die auf dem Kongress von Cornelia Sabine Thomsen vertreten wurde, beschäftigte sich mit "Fallstricken und Halteleinen - Familienbeziehungen in der Mediation" und stieß auf großes Interesse. Hier ging es u.a. um die Stress-Erkennung bei den Medianten sowie um die Fallstricke, die in der eigenen Biographie der MediatorInnen liegen können, also um offene und verdeckte Elemente, die sicherlich der Selbstre-flexion bzw. der Supervision bedürfen. Ansgar Marx, Hochschullehrer an der Ostfalia in Braunschweig/Wolfenbüttel, stellt mit dem "Palaverzelt" ein Konflikt- lösungs-Ritual für Kitas und Grund-schulen vor, in dem Erwachsene üben dürfen, nicht autoritär-lenkend in Streits einzugreifen und Kinder eine gewaltfreie, konstruktive Konflikt- und Friedenser-ziehung erleben können. Zur Anwendung kommen Spielmaterialien für eine kind-gerechte Umsetzung, die insbesondere das Konzept "erlebter Emotionen" anwendet. Erfreulicherweise folgt diesem Text eine Reihe von weiteren Artikeln, die sich mit der Vermittlung des Mediations-gedankens an Kinder beschäftigt, in der Krippe, der Kindertagesstätte, der Vor-schule und Primarstufe sowie bei der Jugendarbeit und mit behinderten und nicht-behinderten Kindern.
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Jedem Bereich seine Differenzierung in der Praxis Beide Bände sind nach Anwendungs- bereichen der Mediation gegliedert und werden eröffnet von einem Vorwort Friedrich Glasls, einem der Nestoren und nachdenklichsten, auch selbstkritischsten und gleichzeitig gedankenfreiesten Vertreter der Mediation im deutsch- sprachigen Raum. In diesem Vorwort stellt Friedrich Glasl u.a. fest, "dass sich Mediation als Profession in methodischer Hinsicht mehr und mehr differenziert. Während vor etwa 25 Jahren Mediation als neuer Ansatz in den deutschspra- chigen Ländern Europas gelehrt und praktiziert wurde, herrschte noch die Auffassung vor, es gäbe e i n  universell anwendbares Mediationsverfahren, d.h. ein und dasselbe Vorgehen wäre für sehr unterschiedliche Konflikte gleichermaßen vielversprechend. Heute sind unterschie- dliche Ansätze zu erkennen, die gar nicht den Anspruch ‚semper et ubique' erheben, sondern sich für bestimmte Konfliktsituationen empfehlen." Glasl spricht damit die Entwicklung an, die in der Mediationsszene inzwischen zu beobachten ist und sich nicht zuletzt mit dem Ersten gemeinsamen Mediations- kongress 2012  gezeigt hat. Das "Semper und ubique", das "Immer- und überall"- Gültige bedarf eines neuen Blickes. So allgemein gültig die ethischen Grundla- gen, der humanistische Ansatz für Mediation sein mögen, so differenziert scheinen sich inzwischen die Vorgehens- weisen und Praxiserfahrungen in den unterschiedlichen Anwendungsfeldern zu zeigen. Weiterhin betont Glasl, dass die Essentials der Mediation wie Eigenverant- wortlichkeit, Ergebnisoffenheit, Allpartei- lichkeit im Zuge ihrer Praxisanwendung eine  unterschiedliche Profilierung erfahren sowie der Erweiterung bedürfen, z.B. durch die Ausdifferenzierung der Kompetenzen in Umfeld-, System-, Themen-, Sozialen, Methoden- und Persönliche Kompetenz. Bleibt zu bedenken, dass die Familienmediation mit ihrem systemischen Blick auf langfristig gewachsenen Konflikte fast umfassend als Blaupause und Matrix mediativen Arbeitens taugen kann. Kulturelle Unterschiede respektieren Im Weiteren wird von Dorothea Lochmann und Stefan Zech die These aufgestellt, jede Mediation sei "interkulturell", d.h. es wird von ihnen jenseits der unterschied- lichen Herkunftsländer von Medianten generell für eine Sensibilisierung der unterschiedlichen Lebenskulturen in Mediationen geworben. Und Christoph C. Paul, ehemals Vorstandsmitglied der BAFM und Mitbegründer von MiKK e.V., stellt an einem Praxisfall eine grenz- überschreitende Mediation dar. Bleiben im 1.Band die Vorstellung neuerer Mediationsfelder wie Elder Mediation durch Yvonne Hofstetter Rogger und Ingolf Schulz, E-Mediation durch Cristina Lenz und Jupp Schluttenhofer sowie Cooperativer Praxis durch Gisela und Hansgeorg Mähler. Im 2. Band werden Berichte zur Wirtschaftmediation und zur Mediation im öffentlichen Bereich vorgestellt. Weiterhin bleibt der internationale Bezug in seinen konkreten Varianten aktuell, z.B. durch eine Darstellung Ewald E. Fillers und Reinhard Gregers zur Mediationskosten- hilfe am österreichischen Beispiel. Den Abschluss bilden zwei Praxisfälle aus Frankreich und Spanien. Die beiden Bände  "Mediation. Kompetent - Kommunikativ - Konkret" mit ihrer Darstellung der Kongressbeiträge bietet in sehr vielfältigen Bezügen, sorgfältiger Aufbereitung und vielfach unterstützt durch Skizzen und Abbildungen eine solide, vielseitige und aktuelle Bilanz der theoretischen Debatte um Mediation sowie eine Fülle differenzierter und konkreter Schlussfolgerungen aus der täglichen Praxis. Die Mischung der Autorinnen und Autoren mit ihrer unterschiedlichen professionellen Grundierung (und Verbandszugehörigkeit zu BAFM, BM oder BMWA) stellt dafür eine sehr lebendige und wertvolle Ressource dar. Sabine Zurmühl M.A., Mediatorin (BAFM)  
Erscheint in der Zeitschrift für Kindschaftsrecht und Jugendhilfe) 2/2013
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